27. Januar 2016 - 12.00 Uhr Synagogenplatz
Verlesung der jüdischen Holocaustopfer Grevenbroichs

Schülerinnen und Schüler der Katholischen Hauptschule Grevenbroich an der Parkstraße verlesen die Namen der jüdischen Holocaustopfer aus Grevenbroich. derzeit sind 189 Opfer, die im heutigen Stadtgebiet geboren oder hier lange Zeut gelebt haben, namentlich bekannt. Die Auflistung finden sie hier...  

17. Dezember 2015 - Vortrag Ulrich Herlitz "Jüdisches Leben in Grevenbroich vom Mittelalter bis zur Neuzeit" 20.00 Uhr 
- Museum Villa Erckens - 6,-EUR
gleichzeitig Eintritt in die Ausstellung "Niederrheinische Glaubensfragen"

Als "Blauköpp" geschmäht und auf dem Schulhof gehänselt - dies war zuweilen bis in die 1960er Jahre Alltag für evangelische Schülerinnen und Schüler am Niederrhein. Manchmal trennte gar eine Linie den "katholischen" vom "evangelischen" Teil des Schulhofs und separierte so die Konfessionen. "Niederrheinische Glaubens-Fragen" stehen in der Grevenbroicher Ausstellung im Mittelpunkt und greifen damit auch die Frage nach religiöser Toleranz zwischen Konfessionen und Religionen von katholisch, evangelisch bis hin zu jüdisch und muslimisch auf.

Bis an die Wende zum 20. Jahrhundert bildeten evangelische Christen eine Minderheit im Grevenbroicher Raum. Unterdrückt durch die Rekatholisierungspolitik der Jülicher Herzöge des 17. Jahrhunderts und nur im kurkölnischen Wevelinghoven durch die Bestimmungen des Westfälischen Friedens als Gemeinde geschützt, lebten evangelische Christen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im heutigen Stadtgebiet in der Diaspora. Erst die Flüchtlingswellen aus den ehemaligen Ostgebieten veränderten das konfessionelle Gefüge nachhaltig. 
Muslime aus der Türkei hingegen fanden seit den 1960er Jahren im Zuge der Arbeitskräftepolitik der Bundesregierung eine neue Heimat am Niederrhein. Die Benennung der Straße "An der Moschee" im Jahr 2013 ist knapp dreißig Jahre nach Bau der religiösen Versammlungsstätte ein bedeutender Schritt.

Der "Rassenwahn" der Nationalsozialisten vernichtete jüdisches Leben, das über Jahrhunderte gewachsen war. Nur Wenige überlebten die Vernichtungslager und kehrten in ihre alte Heimat zurück. Lediglich zwei ehemalige Synagogen sind erhalten geblieben; viele wurden während des Pogroms der so genannten "Kristallnacht" im November 1938 zerstört. 

Über religiöse Traditionen und Wallfahrten, Volksfrömmigkeit, Glauben und Aberglauben, Vorurteile und Ressentiments, über christlich, jüdisch und muslimisch geht es in der Ausstellung des Museums der Niederrheinischen Seele in der Villa Erckens. Hierbei versteht sich die Schau in Ergänzung des Themenraumes „Glaubens-Fragen“ der Dauerausstellung im „Museum der Niederrheinischen Seele“. 

In seinem Vortrag geht Ulrich Herlitz vom Geschichtsverein der Frage nach, ob und wie Juden sein dem Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert in Grevenbroich gelebt haben. Der Eintrittspreis ist für den Vortrag einschließlich Museumsbesuch.

 

Dienstag, der 15. Dezember 2015, ab 14.00 Uhr
5. Verlegung Stolpersteine in Hülchrath, Stadtmitte-Bahnhofsviertel und Gindorf

Die nächste 5. Verlegeaktion von Gunter Demnig im Grevenbroicher Stadtgebiet findet am 15. Dezember 2015 statt. Vorgesehen sind Verlegungen in der Stadtmitte im Bahnhofsviertel, in Hülchrath und in Gindorf. 

14.00 Uhr - Treffpunkt Bahnstr. 16                                                                                                Verlegung Stolperstein für Rose Eichengrün

anschl.      - Bahnstr. 79 - Verlegung Stolperstein                                  für Joseph Katz

                 - Verlegung gemeinsam mit der                                                  Stellwerkinitiative Bahnhofsviertel                                              Schülerinnen und Schülern der "KKG- Gegen das Vergessen"


15.00 Uhr - ca. Hülchrath Herzogstr. 15      

                                                                                              
            Verlegung Stolpersteine für Familie Wolf

            gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft Hülchrath

                  



15.45 Uhr - ca. Gindorf Friedensstr. 77 
                   Verlegung Stolpersteine
                   für Sara Kaufmann 
                   und ihre Tochter Emma

                   gemeinsam mit dem Orstnetzwerk
                   Gustorf-Gindorf

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzliche eingeladen! Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Weitere Infos zu den Opfern und Paten erhalten Sie hier...


9. Juni 2015 - Wirtschaftsgymnasiasten erkunden "Stolpersteine" in Grevenbroich 

„Was wisst ihr über die jüdische Geschichte und was sind eigentlich Stolpersteine?“ Mit diesen Fragen begann für die Schülerinnen und Schüler des Geschichtskurses des Wirtschaftsgymnasiums am BBZ eine Exkursion in die jüdische Geschichte Grevenbroichs. Ulrich Herlitz vom Grevenbroicher Geschichtsverein informierte die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Lehrer Johannes Niebuhr über die weit zurück reichende Geschichte Grevenbroicher Juden, die mit der NS-Zeit ein abruptes Ende fand.

Bei der Exkursion wurden mehrere so genannte Stolpersteine in der Grevenbroicher Innenstadt aufgesucht. Auf den in den Boden eingelassenen kleinen Steinen mit einer oben angebrachten Messingplatte sind die Namen jüdischer Bürger mit den jeweiligen Geburts- und Sterbedaten eingraviert.

Ulrich Herlitz, der sich ehrenamtlich insbesondere für die Geschichte jüdischer Grevenbroicher einsetzt und mit wenigen Überlebenden bis heute regen Kontakt hält, klärte die Schülerinnen und Schülern zunächst über die lange jüdische Geschichte in Grevenbroich auf. Erste jüdische Familien siedelten bereits seit dem 3. Jahrhundert im Rheinland. Auch viele jüdische Familien, die in Grevenbroich lebten, lassen sich bis ins  16. Jahrhundert zurück datieren. Anschließend machte Herlitz deutlich, dass die jüdischen Grevenbroicher ein ganz „normaler“ Teil der Gesellschaft waren und auch mitten in Grevenbroich lebten. So führte Ulrich Herlitz die Schüler vor das ehemalige Textilgeschäft Alfred Heinemanns, das sich inmitten der Grevenbroicher Fußgängerzone befindet. Mit dem Beginn der Naziherrschaft begann jedoch die schrittweise Ausgrenzung, die in der Reichspogromnacht 1938 einen ersten gewaltsamen Höhepunkt fand und schließlich mit der Deportation jüdischer Grevenbroicher in die Vernichtungslager endete. 186 Grevenbroicher jüdischen Glaubens verloren dabei ihr Leben.

Den Stolpersteinen, die sich  vor dem Geschäft Heinemanns befinden, konnte man die traurige Tatsache entnehmen, dass auch Alfred Heinemann mit seiner Frau und seinen 13 und 16 Jahre alten Kindern der Vernichtung zugeführt wurden.

Im Anschluss waren die Schülerinnen und Schüler gefordert. In kleinen Gruppen suchten sie Stolpersteine  - u.a. vor der Coens Galerie - auf. Hier befragten sie Passanten oder die Mitarbeiter in den Geschäften, was sie von der jüdischen Geschichte „direkt zu ihren Füßen“ wissen und was sie von den Stolpersteinen halten. Die Schülerin Sophie Perlitz war im Ergebnis positiv überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele so gut Bescheid wussten über die Juden in Grevenbroich.“ Auch zeigte sich der Großteil der Befragten überwiegend aufgeschlossen gegenüber der Erinnerung an die Grevenbroicher Juden und begrüßte die Errichtung von Stolpersteinen. Offenbar zeigten sich nur wenige abweisend oder desinteressiert.

Insgesamt konnte der Geschichtslehrer Johannes Niebuhr ein positives Fazit ziehen: „Eine solche Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte ist eine abwechslungsreiche Ergänzung zum Unterricht und ich konnte selbst viel Neues über die jüdische Geschichte Grevenbroichs erfahren.“

Abruf auf www.bbz-gv.de sub 9.6.2015 - Johannes Niebuhr

25. Januar 2014 - Konfirmanden beschäftigen sich mit Stolpersteinen in Gustorf und Gindorf

Im Rahmen ihres Konfirmandenunterrichts setzten sich Konfirmanden der evangelischen Gemeinde Grevenbroich mit Stolpersteinen in Gustorf und Gindorf auseinander. Mit Hilfe von schülergerechten Projekt-Arbeitstblättern, die für Gustorf-Gindorf von Ulrich Herlitz/Geschichtsverein  Grevenbroich entwickelt wurden, lernen die Konfirmanden die mittlerweile europaweite Kunstaktion von Gunter Demnig näher kennen, beschäftigten sich mit den bereits in Gustorf verlegten Stolpersteinen und interviewten Gustorfer und Gindorfer Passanten zu den Stolpersteinen. Wichtig für die Konfirmanden war es, zu erfahren, wohin religiöse Vorurteile und Antisemitismus führen können. 

 

Montag, den 9. Dezember 2013 9.00 Uhr Wevelinghoven Unterstraße 17 ca. 10.15 Uhr Hemmerden Landstraße 13 Stolpersteinverlegung mit Gunter Demnig

Es hat sich herausgestellt, dass die Daten einiger Stolpersteine, die in der ersten Verlegung 2009 berücksichtigt waren, nicht stimmen.

Die Geburtsdaten einiger Holocaustopfer müssen angepasst werden. Gunter Demnig wird in der vierten Verlegungsaktion betroffene Steine austauschen.


Grevenbroicher Stolpersteine

1988 erinnerten bereits Schülerinnen und Schüler der Katholischen Hauptschule Stadtmitte gemeinsam mit  dem Arbeitskreis Judentum der Pfarre St. Peter und Paul Grevenbroich unter dem Jesaja-Zitat "Siehe, ich habe Deinen Namen in meine Hand geschrieben!" jedes Jahr zum Gedenktag an die "Reichskristallnacht" des 9. November 1938 mit einer Namenstafelwand an die über 240 in Grevenbroich geborenen oder wohnhaft gewesenen Juden aus Grevenbroich, die im Holocaust ermordet wurden.


Nachdem der Künstler Gunter Demnig seit dem Jahr 2000 mit seiner Stolperstein-Aktion immer mehr Aufmerksamkeit erlangte, wuchs auch in Grevenbroich das Interesse an dieser Kunstaktion.

Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.


Am 22. Januar 2009 beschloss der Hauptausschuss des Rates der Stadt Grevenbroich in Gegenwart von Fred Stern, der mit Unterstützung der Stiftung "Erinnerung, Veranwortung und Zukunft" in Grevenbroich zu Besuch war, diese Kunstaktion in Grevenbroich umzusetzen.

Als Kooperationspartner konnte der Geschichtsverein für Grevenbroich und Umgebung e.V. gewonnen werden.

In der 1. Verlegeaktion mit Gunter Demnig wurden die ersten 27 Grevenbroicher Stolpersteine in den Stadtteilen Stadtmitte, Hemmerden, Wevelinghoven und Gustorf verlegt.

Die 2. Verlegeaktion war für den 6. Dezember 2010 geplant. Gunter Demig hat auch vier Stolpersteine nach Grevenbroich gebracht, die Verlegung musste jedoch aufgrund der Abstimmugn mit den Grundstückseigentümern, vor deren Haus die Steine verlegt werden sollen, verschoben werden.

Die 3. Verlegeaktion ist nun für den 10. Dezember 2011, 13.30 Uhr, in Grevenbroich auf der Breitestraße geplant.

Nun suchen wir viele weitere Paten in unserer Stadt, um weitere Stolpersteine auch in Grevenbroich erfolgreich umsetzen zu können.

Machen Sie mit - Werden Sie Pate eines Grevenbroicher Stolpersteins!


Besuch Fred Stern unterstützt von:                                                                    Wir unterstützen: